Ruhe rockt: So schützen Sie sich vor Lärm!

Praxis-Tipps

Lärm ist mehr als nur unangenehm – er kann langfristig Ihre Gesundheit stark beeinträchtigen. Gehörschädigungen, Schlafstörungen, Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie sogar eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit sind nur einige der Folgen. Simon Kraft, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei BAD, gibt wertvolle Tipps, wie Sie Alltagslärm reduzieren und Ihr Gehör schützen können.

Lärm ist in erster Linie ein akustisches Phänomen, das durch Menschen und ihre Verhaltensweisen verursacht wird. Besonders in Wohngebieten, auf Straßen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln entstehen oft unangenehme Geräusche, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Typische Beispiele für verhaltensbedingten Lärm sind laute Gespräche, Musik, Schreien oder Türenschlagen.  
 

Warum ist Lärm schädlich?

„Viele unterschätzen, wie schnell Lärm dem Gehör schaden kann“, warnt Simon Kraft. „Schon wenige Minuten mit zu hoher Lautstärke können bleibende Schäden verursachen – und Lärm ist überall: am Arbeitsplatz, auf der Straße oder beim Feiern.“

Lärm kann auf verschiedene Weisen gesundheitsschädlich wirken. Studien zeigen, dass ständige Lärmbelastung auch unter der Schwelle von rund 100 Dezibel für eine Gehörschädigung das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Probleme erhöhen kann. Signifikant tritt das schon bei Schallpegeln ab rund 70 dB(A) auf, was einer erhöhten Sprechweise entspricht. „Erhöht“ meint hier lauteres Sprechen als üblich, wegen des Umgebungslärms.

Besonders das Gehör leidet, wenn der Lärmpegel langanhaltend über 80 dB(A) zu hoch ist oder Knallgeräusche auftreten. Kurz erklärt: dB ist die Einheit für Schalldruckpegel – also wie laut ein Geräusch ist. A) bedeutet, dass bei der Messung bestimmte Frequenzen gefiltert wurden – so wie unser Gehör sie tatsächlich wahrnimmt.

In vielen Fällen führt ein langanhaltender Lärmpegel zu einer dauerhaften Hörschädigung oder sogar zu einem Tinnitus, der als permanentes Klingeln in den Ohren wahrgenommen wird.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Lärm als eine der größten Umweltgefahren für die öffentliche Gesundheit ein. Insbesondere Lärm über 85 Dezibel, wie er bei lauten Maschinen, Konzerten oder Baustellen vorkommen kann, führt langfristig zu Hörschäden.
 

Simon Krafts Tipps zur Lärmminderung:

„Lärm begleitet uns täglich – aber wir können mehr dagegen tun, als wir oft denken“, sagt Simon Kraft. „Schon kleine Veränderungen im Alltag helfen, Lärm zu reduzieren und unser Gehör zu schützen.“

Musik bewusst genießen – Hören Sie Ihre Lieblingsmusik über Kopfhörer in moderater Lautstärke (max. 60 Prozent der maximalen Lautstärke). Lautes Hören, insbesondere über längere Zeiträume, schädigt das Gehör dauerhaft.

Gehörschutz nutzen – „Besonders in Clubs, bei Konzerten oder in lauten Arbeitsumgebungen sollten Sie konsequent einen Gehörschutz tragen“, empfiehlt Simon Kraft. „Das schützt Ihr Gehör effektiv vor dauerhaften Hörschäden.“ In-Ear-Gehörschutz sei hier eine dezente, unauffällige Lösung.  

Lärmquellen meiden – „Machen Sie einen großen Bogen um Lärmquellen wie Baustellen oder laute Maschinen. Wenn Sie dennoch vorbeigehen müssen, halten Sie sich kurz die Ohren zu oder tragen Sie einen Gehörschutz“, rät Simon Kraft.

Geräusche reduzieren – Vermeiden Sie unnötige Geräusche, indem Sie den Fernseher oder das Radio nicht im Hintergrund laufen lassen, wenn Sie sich auf andere Aufgaben konzentrieren müssen.  Achten Sie bei der Ausstattung von Räumen auf absorbierendes Material wie Teppiche und Vorhänge, um Geräusche möglichst zu dämpfen.

Ruhepausen einplanen – „Regelmäßige Auszeiten in ruhigen Umgebungen entlasten nicht nur die Ohren, sondern auch den gesamten Körper“, unterstreicht Simon Kraft. „Gerade in Städten sind Parks oder ruhige Cafés ideale Orte, um dem Alltagslärm zu entkommen.“  

Schlafräume ruhig halten – Gestalten Sie Ihr Schlafzimmer als echten Ruheraum: Vermeiden Sie dort Lärmquellen wie den Fernseher oder das Radio und sorgen Sie für eine angenehme Akustik. Statt bei gekipptem Fenster zu schlafen, kann Stoßlüften vor dem Schlafen helfen, Straßenlärm draußen zu lassen und so den Schlaf zu verbessern.
 

Lärmvermeidung im Alltag – Ein Schritt zur besseren Lebensqualität

Lärmminderung ist eine gemeinschaftliche Aufgabe. Sie erfordert Bewusstsein für das eigene Verhalten und Rücksicht auf andere. „Jeder kann dazu beitragen, unsere Umgebung leiser zu machen“, sagt Simon Kraft. „Ob durch rücksichtsvolles Verhalten oder kleine Maßnahmen zu Hause – jede Reduzierung von Lärm verbessert unsere Lebensqualität.“

„Lärm ist eine unterschätzte Gesundheitsgefahr“, fasst Simon Kraft zusammen. „Indem wir unser Gehör schützen und bewusster mit Geräuschen umgehen, sorgen wir nicht nur für mehr Ruhe, sondern auch für langfristige Gesundheit.“

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